Tipps für das Zitieren in Diplomarbeiten

Hier findest du einige wichtige Tipps und Infos für das richtige Zitieren in Diplomarbeiten, Doktorarbeiten oder sonstigen wissenschaftlichen Arbeiten: Wie halte ich zuerst einmal alles fest, welche Zitierweisen gibt es, wie zitiere ich indirekt, was mache ich mit der Rechtschreibung oder Zahlen, was ist ein Kurzbeleg und wie zitiere ich Sammelbände vom Herausgeber (Hrsg.) – was heißt vgl. und ebd. und mehr.

Das Meiste ist ganz einfach

Das Zitieren bereitet vielen Studenten Mühe, wobei es für geschätzte 97% der Fälle sehr einfache Regeln gibt. Die erste und wichtigste Regel ist: Hat man eine Quelle gefunden, einfach immer

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sofort festhalten – egal wie, ob handschriftlich, am Smartphone oder direkt am PC. Die weiteren Infos zur Quelle für den Eintrag ins Literaturverzeichnis findet man hinterher leicht via Google. Wie das dann genau gestaltet wird, ob mit Fussnote oder im Text, wie genau das im Literaturverzeichnis aussieht, kann man später erledigen. Hauptsache, die Quelle ist da!

Mit etwas Übung  – und die kommt ganz von selbst – wird das Zitieren bald selbstverständlich, und man kann sich voll auf die inhaltlichen Aussagen seiner Diplomarbeit konzentrieren. Denn darum geht es in erster Linie.

Muster einer Diplomarbeit besorgen

Zuerst sollte man sich mal ein Muster einer Diplomarbeit besorgen, wie es jeweils gefordert wird, das ist immer einfacher, als tausend Regeln beachten zu müssen. Hilfreich ist auch eine Formatvorlage, die man entsprechend adaptieren kann, wenn das Muster nicht als Word- oder sonstige Textdatei vorliegt (sondern z.B. nur als pdf oder im Papierformat).

Mehrere Zitierweisen möglich

Es gibt in der Forschung nicht nur die eine, korrekte Zitierrichtlinie. Vielmehr entwickelten seit jeher verschiedene wissenschaftliche Fachrichtungen ihre eigenen Vorstellungen darüber, wie richtig zitiert wird. Idealerweise orientiert man sich an der Zitierweise, die in der eigenen Fachrichtung am weitesten verbreitet ist. Diese muss aber dann konsequent über die ganze Diplomarbeit, Doktorarbeit, Masterarbeit oder Bachelorarbeit durchgezogen werden. Die Beispiele in diesem Blog sind eher an den Sozial- Wirtschafts- und Geisteswissenschaften und weniger an den Naturwissenschaften orientiert.

Zitate müssen von jedem Leser jederzeit nachprüfbar sein. Direkt oder indirekt übernommene Gedanken und Inhalte sind also klar kenntlich zu machen. Wer sich nicht sicher ist, ob eine Information mit einer Quellenangabe versehen werden soll oder nicht, sollte lieber zu viel als indirektes oder direktes Zitat kennzeichnen. Bei Bedarf kann das dann leicht gekürzt werden.

Indirektes Zitieren

Indirekte Zitate ist die am weitaus meisten eingesetzte Form, sie geben den Inhalt in eigenen Worten sinngemäß wieder. Ein indirektes Zitat ist es auch, wenn man den genauen Wortlaut der Quelle leicht modifiziert, was meist von eher unerfahrenen Studenten praktiziert wird. In jedem Fall ist es als solches kenntlich zu machen. Die Verwendung von indirekten Zitaten zeugt aber auch davon, dass man sich mit der Quelle auseinander gesetzt hat und versteht, sie in die eigene Argumentation zu integrieren. Indirekter Zitate werden immer mit der Abkürzung vgl. (vergleiche) bezeichnet, z. B. (vgl. Ulrich 1996, S. 334).

Direktes Zitieren

Wenn ein Satz wortwörtlich, wie es auch im Originaltext steht, übernommen wird, handelt es sich um ein direktes Zitat. Dieses wird in Anführungszeichen („direktes Zitat“) gesetzt. Das erfolgt nur, wenn der genaue Wortlaut oder der Begriff besonders wichtig ist. Grundsätzlich sollte man mit direkten Zitaten eher sparsam umgehen. Diese Zitate müssen vollständig und originalgetreu übernommen werden, auch wenn das Original fehlerhaft ist, in einer Fremdsprache verfasst wurde oder der grammatikalische Zusammenhang nicht mit dem eigenen Text übereinstimmt. Längere direkte Zitate werden meist auch typographisch hervorgehoben. Meist wird der Absatz wird links etwas eingezogen.

Rechtschreibung in Zitaten

Bei wortwörtlichen Zitaten muss die z.B. die alte Rechtsschreibung unverändert übernommen werden, auch wenn mittlerweile in Österreich längst die neue Rechtschreibung gilt. Das gilt natürlich auch für historische Zitate z.B. in Mittelhochdeutsch. Eine Anpassung der Zitate an die gültigen Rechtschreibregeln erfolgt also nicht.

Auslassungen in Zitaten

Auslassung von einem Wort in einem längerne Zitat werden mit runden Klammern und zwei Punkten (..) gekennzeichnet, bei mehreren Wörter mit runden Klammern und drei Punkten (…). Wird ein Teil des Zitates an einer anderen Stelle eingefügt, so steht dieses in runden Klammern. Fügt der Autor etwas in das Zitat ein, so wird es in [eckige Klammern] geschrieben. Die Auslassung darf den Sinn des Zitats nicht verfälschen oder ins Gegenteil verkehren, es soll nur unnötiges im Sinn der Forschungsfrage gestrichen werden.

Kurzbeleg: im Text oder als Fussnote

Alle Zitate müssen gekennzeichnet werden. Dies erfolgt entweder mit Hilfe von Fußnoten oder dem Kurzbeleg im Text selber. Die Kennzeichnung im laufendem Text kann den Lesefluss unterbrechen, weshalb zunehmend Fußnoten bevorzugt eingesetzt werden. Jeder Betreuer hat hier seine eigenen Wünsche, am besten im Zweifel absprechen. Auf alle Fälle sollte die Kennzeichnung in der ganzen Diplomarbeit einheitlich sein.

Direkte und indirekte Zitate

Bei direkten Zitaten steht die Fußnote nach dem schließenden Anführungszeichen am Ende des Zitats, bei indirekten Zitaten am Satz- bzw. Absatzende, d. h. dort, wo die sinngemäße Wiedergabe endet. Bezieht sich das Zitat nur auf einen Satz, steht die Kennzeichnung vor dem Punkt, bei Satzteilen nach dem letzten Wort des Satzteiles.

Internetquellen zitieren

Das Internet als Quelle wird als Quelle von Zitaten in wissenschaftlichen Arbeiten immer wichtiger. Dabei ist auf die Zuverlässigkeit der Quelle zu achten, z.B. statistische Ämter, Seiten von Ministerien, Forschungseinrichtungne etc. sind OK. Es hat sich durchgesetzt, vor den Link und das Abrufdatum (in Klammer) den korrekten Namen der Institution zu setzen, da vielfach keine Autoren namentlich zu finden sind. Mehr dazu auch bei Thema Literaturverzeichnis.

Zahlen

Zahlen werden wie direkte Zitate behandelt, stehen aber nicht in Anführungszeichen (die Fußnote folgt direkt auf die Zahl).

Kurzbeleg und Vollbeleg

Die Fußnoten werden vom Schreibprogramm automatisch vollständig durchnummeriert. Im Fußnotentext wird dann die Angabe der Quelle eingefügt. Hier gibt es zwei Möglichkeiten: den Kurzbeleg und den Vollbeleg. Meist wird der Kurzbeleg verwendet, deshalb gehe ich nur auf diesen näher ein. Der Kurzbeleg in der Fußnote enthält lediglich folgende Angaben: Autor oder Autoren (nur Nachname), Erscheinungsjahr und Seitenangabe, z. B. Ulrich 1996, S. 334. Der Kurzbeleg ist in umfangreichen Arbeiten wie Diplomarbeiten zu präferieren, da einzelne Autoren eventuell öfter zitiert werden und eine vollständige Quellenangabe ständig zu Wiederholungen führen würde. Die vollständige Quellenangabe steht ohnehin im Literaturverzeichnis.

Kurzbeleg im Text

Eine andere, mittlerweile eher altmodische Variante ist der Kurzbeleg im laufenden Text, die traditionelle „Harvard“-Zitierweise. Hier wird der Kurzbeleg an entsprechender Stelle und in (Klammern) im Text (vgl. Ulrich 1996, S. 334) eingefügt. Damit wären wir beim Vergleich:

Was heißt vgl. ?

Die Kennzeichnung indirekter Zitate im Vollbeleg beginnt immer mit der Abkürzung vgl. (vergleiche), da es sich „nur“ um eine sinngemäße Wiedergabe des Inhaltes handelt. Es gibt zwar eine Diskussion darüber, ob dieses „vgl.“ nötig ist, in der Praxis ist es aber am weitesten verbreitet. Sinngemäß heißt zumeist, dass die Textquelle hinsichtlich der Forschungsfrage ausgewertet wird: Was bedeutet das für meine Fragestellung? Dieser Fokus soll immer erhalten bleiben, dann verliert man nicht den roten Faden und ist zielsicherer beim Recherchieren.

Was heißt ebd. ?

Folgen zwei (oder mehrere) exakt gleiche Quellenangaben in den Fußnoten unmittelbar aufeinander, so kann die Abkürzung ebd. (ebenda) Verwendung finden. Es muss sich dabei um dasselbe Werk desselben Autors handeln, es werden dann nur verschiedene Seitenzahlen angegeben. Aufgrund der einfachen Kopiermöglichkeit der Fussnoten im Textprogramm ist diese Form aber immer seltener.

Weitere Angaben in den Fussnoten

Im Fußnotentext können aber auch zusätzliche Angaben stehen, die im Text selbst zu detailliert sind oder störend wirken würden.

Indirekte Zitierungen

Mit indirekten Zitierungen sollte man eher sparsam umgehen, hier wird der Autor folgendermaßen zitiert: Müller 1994, S. 56 zit. n. Ulrich 2003, S. 445.

Mehrere Autoren zitieren

Mehrere Autoren werden im Zitat meist folgendermaßen zitiert: vgl. Mayer/Müller 2013, S. 78 oder wenn es mehr als zwei sind Vgl. Mayer et al. 2013, S. 78

Mehrere Seiten zitieren

Bezieht sich der Text auf zwei Seiten, schreibt man S. 78f  – sind es mehrere Seitne kann man S. 78ff schreiben, besser ist es aber S. 78-84 zu schreiben, das ist die exaktere Variante.

Sammelbände

Bei Sammelbänden wird im Zitat nur der Autor des Aufsatzes zitiert. Dies erfolgt bei beim normalen Zitat. Dafür wird der Aufsatz im Literaturverzeichnis nach diesem Namen gereiht. Siehe dazu die Tipps für das Literaturverzeichnis.

Abschließender Check von Zitierungen und Literaturverzeichnis

Abschließend checkt man die Zitate und das Literaturverzeichnis am besten, indem man beim z.B. Word-Programm das Literaturverzeichnis auf eine eigenen Datei kopiert und bei der Ansicht auf Entwurf + Fussnoten geht. So kann man beides auf Vollständigkeit und Einheitlichkeit überprüfen und am Schluss kopiert man das Literaturverzeichnis wieder zurück in die Diplomarbeit.